USA Roadtrip an der Ostküste Teil 2

Der erste Teil vom Roadtrip an der US-Ostküste hat meinen Freund Malte und mich bereits 1600 Meilen von New York City nach Key West gebracht. Natürlich soll es auch zurück in den Big Apple gehen. Erneut 1600 Meilen an der Ostküste entlang, von den Florida Keys über Tampa (Florida), Savannah (Georgia), Raleigh (North Carolina), Ocean City (Maryland) und Philadelphia (Pennsylvania). Dieses Mal hatten wir bereits Routine und einige Ziele für unsere Reise.

Wir wollten unbedingt eine längere Zeit in Manhatten verbringen und auch die Stadtteile Queens und Brooklyn erkunden. Auch war ein großer Punkt auf unserer Wunschliste offen: Ein Baseballspiel sehen. Zusätzlich hatte ich schon seit längerer Zeit davon geträumt, das Lancaster County und die Amish People zu besuchen.

 

Der schnelle Roadtrip nach Tampa, Savannah und Raleigh

Recht unspektakulär begannen die erste Tage Richtung Norden. Da wir möglichst viel Zeit in Pennsylvania und New York verbringen wollten, fuhren wir lange Strecken, aßen auf dem Weg in Fast Food Restaurants und hielten kaum an.

270 Meilen (434km) gerade aus nach Raleigh!
270 Meilen (434km) gerade aus nach Raleigh!

Eine für uns aufregende Begegnung fand in Garden City, Jacksonville statt. Wir hatten Hunger und fuhren vom Highway ab. Nach kurzer Fahrt hielten wir vor einem Pizzarestaurent. Unser Auto parkten wir bereits direkt vor der Eingangstür und während wir auf unsere Pizza warteten, hielt ich mich draußen auf. Nach kurzer Zeit kam ein Mann über die Straße und bot mir seine selbstgebackenen mexikanischen Nachspeisen und Cupcakes an. Auch wenn ich nicht interessiert war, kamen wir ins Gespräch und ihm viel mein Akzent auf.

 

„Wir sind aus Deutschland und haben uns den Wagen in NYC gemietet. Gerade sind wir auf dem Rückweg nach Ney York.“ Da guckte er verdutzt und antwortete: „Weißt du, wo ihr seid? Ihr seid in der Hood von Jacksonville. Nehmt eure Pizza, fahrt auf den Highway und fahrt bei der dritten Ausfahrt ab. Dort seid ihr in Georgia. Dort seid ihr sicher. Esst eure Pizza nicht hier.“

Und dann wurde Malte und mir erst Einiges klar. Sehr trostlose Gegend. Sehr starke Armut. Der Mann erzählte uns noch, dass er gerade an einem Drogenentzugsprogramm teilnimmt und zur Finanzierung seine Cupcakes und Naschereien verkauft. Die Gegend sei hart, aber es sei günstig zu leben.

 

ocean city beach photo
Stürmisches Wetter in Ocean City

Ocean City

Von Raleigh ging es weiter nach Maryland. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir eine Flussmündung durch zwei Tunnel und Brücken. Quer durch Virginia bis nach Maryland an die langgestreckte Sandbank auf der Ocean City erbaut wurde.

Der unglaublich lange, breite und schöne Strand lag nur einen Block von unserem Motel entfernt. Wäre es nicht verregnet gewesen, wären wir gerne schwimmen gegangen, aber wir hatten leider Pech auf dem zweiten Teil unseres Roadtrips, seit Miami hat es jeden Tag geregnet.

Den nächsten Morgen machten wir uns auf nach Philadelphia und durchquerten währenddessen Delaware. Da in Delaware glücklicherweise keine Mehrwertsteuer erhoben wird, haben wir für einige Stunden angehalten und in einem Outlet eingekauft. So günstig haben wir noch nie Markenklamotten gekauft.

 

Philadelphia

Philadelphia! Eine Stadt mit historischer Wichtigkeit während der Besiedlung Amerikas, der Unabhängigkeit und Industrialisierung. Außerdem der Schauplatz von Rocky Balboa und Geburtsort von Will Smith.

Im Stadtzentrum befinden sich viele Museen zur Geschichte Amerikas und die berühmte Liberty Bell. Kleine Straßen werden von Food trucks belagert, die Essen an die vielen Büroangestellten und Touristen verkaufen. Das Gewimmel erreicht zwar nicht ansatzweise Manhattan, aber trotzdem ist es nett zu erleben. Es ist eine andere Atmosphäre.

Außerhalb von Philadelphia liegt Lancaster County im zentralen Pennsylvania. Hier haben sich vor Jahrhunderten die Amish people niedergelassen. Eine christliche Gemeinde, die nicht mit der Zeit geht und Technik größtenteils nicht nutzt und sogar verpönt. Jede Gemeinde hat eine eigene Ausrichtung im Lebensstil und Auslegung der Bibel. Es gibt konservative und liberale Gemeinden. Im Lancaster County residiert eine konservativere Gemeinde. Autos, Strom und Fahrräder sind hier verboten. Auch wird die Kleidung, Stoff und Farbe vorgeschrieben. Das übliche Verkehrsmittel ist ein Tretroller und das Pferdegespann.

Die Amish sprechen als Umgangssprache das Pennsylvaniadutch. Im Gottestdienst wird Deutsch gesprochen und aufgrund der wirtschaftlichen Veränderung ist Englisch wichtig.

 

Der Start in den Tag glückt immer mit einem Energydrink.
Der Start in den Tag glückt immer mit einem Energydrink.

Philadelphia hat aber auch anderes zu bieten. In der Stadt gründete sich im 19. Jahrhundert eines der ersten Baseballmannschaften, die Philadelphia Phillies. Heute spielen sie in der Topliga und gewannen mehrmals die Meisterschaft. Leider hat die Mannschaft auch lange Dursstrecken. Aufgrund ihres langen Bestehens und schwachen Leistung verloren sie mehr Spiele als jede andere Baseballmannschaft (Quelle) und halten zusätzlich den Rekord mit den meisten verlorenen Spielen einer us-amerikanischen Sportmannschaft.

 

Nichtsdestotrotz haben Malte und ich uns ein Spiel (Phillies gegen die San Francisco Giants) angesehen und sind nun Fans der Philadelphia Phillies. Das Spiel haben sie natürlich verloren.

 

Philadelphia war die Stadt auf unserem Roadtrip, die mich sehr begeistert hat. Ich möchte unbedingt zurück nach Philly und Pennsylvania und tiefer in diesen Staat eintauchen.

New York City

Zum Abschluss unseres Urlaubs haben wir fünf Nächte in New York City verbracht. Die Fahrt führte uns von Süden nach Norden um NYC herum, da wir Mautstraßen meiden wollten. Am Ende haben wir in Manhattan trotzdem eine Mautstraße über den East River genutzt. Der Highway in Manhattan war komplett überfüllt und in 15 Minuten bewegten wir uns 100 Meter vorwärts. In solch einem Stau stand ich noch nie. Da hatte es sich wirklich gelohnt 15$ für eine Brückenüberfahrt zu zahlen.

Wir haben uns in den Tagen viele Sehenswürdigkeiten in Manhattan und Brooklyn angesehen, sogar 50 Cent und Mr. T (Das A-Team) sind wir am Rockefeller Center begegnet. Am schönsten war der Ausblick vom Empire State Building, auch ein Spaziergang um die Wall Street und dem High Line Park oder eine Bootsfahrt auf dem East River waren gut.

Da wir viel in Manhattan, Queens und Brooklyn erlebt haben, werde ich zu New York einen gesonderten Artikel verfassen.

 

An einem Samstag war es dann soweit. Malte und ich trennten uns morgens in Queens und traten beide unsere Heimreise an (er vom JFK und ich aus Newark).

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