USA Roadtrip an der Ostküste Teil 1

Ein drei wöchiger Roadtrip an der Ostküste von New York City nach Miami und zurück. Mein Freund Malte und ich haben uns diesem Abenteuer gestellt. In Virginia und Pennsylvania haben wir die Geschichte der ersten Siedler verfolgt und auf den Florida Keys das Nachtleben genossen.

Dem Sightseeing haben wir ursprünglich wenig Aufmerksamkeit gewidmet, da wir zu Beginn der Reise lange Fahrten auf den Highways absolvieren wollten. Jeden Tag haben wir ungefähr 6 Stunden auf den Highways verbracht und sind nachts in Motels eingeschlafen. Unser gemietete Chevrolet Cruze LT hat uns zuverlässig, trocken und klimatisiert durch die Oststaaten gefahren.

 

Die US-Highways

Die USA ist groß. So rießig, dass es schon ein einziger Tagesausflug ist, einen der kleineren Staaten zu durchqueren. In Florida sind wir von Jacksonville nach Miami gefahren und haben für 1,5 Stunden keinen Rastplatz oder Tankstelle gesehen.

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit variert von Staat zu Staat, aber im durchschnitt sind wir bei 75 m/h (120 km/h) über den Asphalt gegleitet. Häufig sieht man jedoch zerfledderte Gummireifen neben und auf der Fahrbahn. Nichts desto trotz, empfinde ich das Reisenauf den Highways angenehmer als auf der deutschen Autobahn. Abruptes Abremsen und Beschleunigen ist nicht notwendig und der allgemeine Verkehrsfluss ist ruhiger. Hier macht es richtig Spaß einen Roadtrip zu unternehmen.

 

Delaware, DC und Virginia

Vom Big Apple sind wir in Richtung Süden aufgebrochen und haben nach zwei Stunden Fahrt einen Einkaufsstop in Delaware eingelegt. Delaware führt keine Mehrwertsteuer, was besonders beim Shoppen ein Vorteil ist. Im Wal Mart haben wir uns für die nächsten Tage mit zuckerhaltigen Getränken versorgt: 24 Dosen Pepsi, 12 Dosen Red Bull, 12 Dosen Arizona Iced Tea und 4,2 Gallonen Wasser (16 Liter).american flag washington dc photo

Für die Nacht haben wir in Arlington, Virginia angehalten. Arlington liegt auf der gegenüberliegenden Flussseite von Washington D.C. und bietet günstigere Preise für zwei Personen mit Auto. Abends sind wir mit der U-Bahn zur National Mall gefahren und passend zum Sonnenuntergang spazierten wir die Mall vom Capitol zum Lincoln Memorial entlang. Als sich das Weiße Haus in ein sanftes Rot färbte, war es uns erst so richtig klar, dass wir nun in den USA angekommen sind.

Am nächsten Morgen haben wir uns auf den Weg nach Charlotte, North Carolina gemacht. Den Tag zuvor sind wir ausschließlich über Mautstraßen gefahren und haben während der Fahrt nichts anderes gesehen, als ein 10 bis 12 spurige Autobahn und Jeeps mit doppelter Bereifung auf der Hinterachse. Wir fassten somit den Entschluss keine Mautstraßen mehr zu nutzen und einen Zwischenstopp in einer kleinen Stadt im Shenandoah Valley einzulegen.

Die nächsten Stunden fuhren wir über kleine Landstraßen Berge hoch und runter, passierten eine Bergkette mit kurvigen Straßen und tankten nach großer Aufregung (Diesel oder Benzin) für 2,55$ pro Gallone (0,60€ pro Liter).

Am frühen Nachmittag erreichten wir ein kleines verschlafenes Städtchen namens Staunton. Mit einer schönen Altstadt und guten Wanderwegen in das naheliegende Shenandoah Valley hat Staunton uns überrascht. Der Tag verstreicht langsam in Staunton. Die Stadt ist ein sehr nettes Gegenstück zu den großen Metropolen, die wir zuvor besucht hatten. Vom Beginn der Kolonisierung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Staunton eine pulsierende Stadt mit Industrie und großem Einfluss während des Bürgerkrieges (siehe dazu die englische Wikipedia).

Die zweite Nacht unseres Roadtrips haben wir in Charlotte, North Carolina verbracht.

 

North Carolina und Florida

Bevor wir Charlotte am nächsten Tag verließen, beschloss ich mir meine Haare zu schneiden. 10 Monate lang ließ ich sie wachsen und sie mussten gekürzt werden. Mein Barber Shop der Wahl befand sich in einem Vorort. Wie in einem Film befanden sich die Spiegel und Sessel auf der linken Seite und Stühle für die Wartenden rechts. Männer saßen rum und unterhielten sich und im Hintergrund lief der Fernseher.

Malte saß neben einem zukünftigen Auszubildenden und kam mit ihm ins Gespräch. Der Mann war erstaunt und fand unseren Reisestil unterhaltsam: „Ihr unternehmt einen Roadtrip, fahrt 1500 Meilen und haltet hier in einem Vorort von Charlotte an und lässt euch die Haare schneiden? Oh Junge.“

Nach 45 Minuten netten Gesprächen, einem Crashkurs in Südstaatenmentalität und einer neuen Frisur verließen wir das Geschäft und erreichten Jacksonville, Florida am Abend.

 

Miami und die Florida Keys

In Jacksonville haben wir uns nur für die Nacht aufgehalten, denn wir wollten endlich in Miami ankommen. In unserem inneren Auge sahen wir uns schon am South Beach joggen, Beachvolleyball spielen und am Pool liegend einen Cocktail geniesen.

Angekommen verbrachten wir den ersten Tag mit Baden und Entspannen. Danach verbrachten wir unseren Aufenthalt in Miami Beach und dem populären South Beach. Auch in Miami aßen wir zum Abendessen einen mehrere Burger, wie die Tage zuvor.

Enttäuscht waren wir von Little Havana. In den Straßen wird zwar ausschließlich Spanisch gesprochen und es werden viele kubanische Spezialitäten verkauft, aber ist es im restlichen Miami ebenso. Einzigartig sind allerdings die vielen kubanischen Senioren, die sich treffen, um Gesellschaftsspiele zu spiele und Zigarren zu rauchen.

Für eine Nacht fuhren wir nach Key West. Die Fahrt dauerte fast 5 Stunden, aber die spektakuläre Aussicht von den vielen Brücken auf das Meer und den vielen Inseln war atemberaubend. Der kurze Aufenthalt in Key West fühlte sich an, wie ein Kurzurlaub. Das Flair und die Mentalität in diesem kleinen Ort war angenehmer und alles wurde mit einer Leichtigkeit getragen. Per Luftlinie waren wir sogar näher an Havanna als an Miami. Gäbe es doch nur eine Brücke nach Kuba, dann hätten wir unseren Roadtrip noch verlängern können.

Am Abend setzten wir uns mit einem Mojito an den Sunset Pier und beobachteten den Sonnenuntergang. Innerlich bereiteten wir uns auf den zweiten Teil unseres Roadtrips vor.

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