San Francisco – Das schöne und andere Amerika an der Pazifikküste

Glück ist doch immer wieder etwas schönes. Durch pures Glück hatte ich Ende Februar ein Ticket zur diesjährigen Entwicklerkonferenz von Google gewonnen. Die Tage vor und nach der Konferenz habe ich natürlich genutzt, um ein paar schöne Tage in San Francisco zu verbringen. In diesem Artikel gebe ich dir Tipps und Anregungen für deinen Urlaub in Kalifornien.

Die Konferenz (genannt „Google I/O“) findet jedes Jahr im Mai in Mountain View im Sillicon Valley statt. Entwickler aus der ganzen Welt finden sich in Mountain View zusammen und hören Vorträge über die neuesten Google Produkte. Meine Reise nach San Francisco war stark von der Konferenz geprägt. Allerdings soll dieser Artikel meine Erfahrung in San Francisco wiedergeben und dir Aktivitäten für deinen San Francisco Urlaub nahe bringen. In diesem Artikel schreibe ich nicht über die Google I/O. Für einen Konferenzartikel kannst du aber gerne den Artikel auf meinem Zweit-Blog lesen (Link folgt).

 

Loslegen in San Francisco

Vor drei Jahren stattete ich San Francisco bereits einen Besuch ab. Damals war ich auf meiner Weltreise und kam frisch aus Neuseeland mit einem Zwischenstopp auf Hawaii. Basierend auf meinen Erfahrungen damals, schriebe ich einen Artikel mit den schönsten Spaziergängen in San Francisco.

Die Anreise vom internationalen Flughafen ist immer noch sehr einfach. Der BART-Zug brachte mich direkt in die Innenstadt  und von der Haltestelle war es nur noch ein kurzer Fußweg ins Hostel. Busse und Straßenbahnen fahren in jede Himmelsrichtung, aber das System zu durchblicken kann schwierig sein. Jeder Verkehrsbetrieb ist ein eigenes privates Unternehmen. So sind jeweils die U-Bahn (BART), die Straßenbahnen, die Busse und die lokalen Züge ins Sillicon Valley eigenständige unabhängige Unternehmen. Selbstverständlich gibt es noch den Amtrak, der aber widerum aus Oakland abfährt und um dort hin zu kommen, muss man einen Bus nehmen. Es ist hier alles sehr konfus und ich steige selbst nicht durch.Persönlich bin ich selber nur mit der U-Bahn und den lokalen Zügen gefahren.

Fahrkarten für die U-Bahn und die Züge kann man problemlos mit Bargeld und Kreditkarte bezahlen. Eine Ausnahme sind die Fahrtkartenautomaten der U-Bahn in San Francisco. Diese akzeptieren nur Debit- und ATM-Karten, also keine Kreditkarten. Die Automaten am Flughafen akzeptieren Kreditkarten hingegen. Glücklicherweise könnt ihr bei eurer Ankunft am SFO eine Hin- und Rückfahrtkarte kaufen (engl.  return ticket). Die Fahrt kostet $9.25 für eine Strecke.

Beim Kauf einer Fahrkarte für den lokalen Zug hatte ich mit meiner Kreditkarte keine Probleme. Der Preis orientiert sich hier nach den Zonen, die bereist werden. Es gibt insgesamt vier Zonen und je Zone erhöht sich die Preisstufe.

Also jetzt seit ihr gut in Downtown San Francisco angekommen und könnt mit den ersten Sehenswürdigkeiten anfangen.

Fahrradtour über die Golden Gate Bridge

Für den ersten Tag in einer neuen Stadt empfehle ich immer zwei Aktivitäten: Spazieren gehen oder Fahrrad fahren. So bekommt man einen ersten guten Eindruck für die Stadt.

Ich habe mich am ersten Tag einer Fahrradführung von meinem Hostel angeschlossen. Wir fuhren eine interessant Strecke von der Innenstadt über die Golden Gate Bridge nach Sausalito. Die Karte zeigt dir den genauen Verlauf.

Ich gehe davon aus, dass du am Union Square (A) beginnst. Am Ferry Building Marketplace (B) kannst du einen Snack einnehmen und die Aussicht auf Treasure Island genießen. Weiterfahren kannst du auf der Fahrradspur zum Pier 39 (C). Dort liegen Seerobben und machen einen höllischen Lärm. Die nächsten Kilometer fährst du weiter gerade aus zum Palace Of Fine Arts (D). An der nächsten Station, der Torpedo Wharf (E), hast du einen Spitzenausblick auf die Bucht und die Golden Gate Bridge. Hier kannst du dich in einem Café stärken und die Toilette besuchen, bevor du über die Brücke fährst. Nachdem du die Brücke überquert hast, kannst du dich beim Vista Point (G) ausruhen und die Skyline von San Francisco bewundern. Von hier wird es ein wenig hügelig bis du Sausalito erreichst. Am Fährterminal kannst du eine Fähre zurück nach San Francisco nehmen.

Auf der Fahrt hatte ich mit dem starken Wind zu kämpfen. Besonders auf der Golden Gate Bridge weht der Wind mit aller Kraft vom Pazifik.

Als kurze Anmerkung für dich erwähne ich noch zwei Dinge:

  • Auf der Golden Gate Bridge ist der östliche Gehweg für Fußgänger reserviert. Fahrräder fahren auf der westlichen Seite. Entscheide dich früh genug, ob du fahren oder schieben möchtest. Der Wind könnte das Schieben anstrengend und kompliziert machen.
  • Bist du auf der Nordseite der Brücke angekommen, kannst du entweder die Straße zum Vista Point nehmen oder schiebst dein Fahrrad vom Parkplatz unter die Brücke und auf der anderen Seite wieder hoch. Der Parkplatz befindet sich gleich am Eingang/Ausgang zur Brücke.

Shopping

San Francisco ist ein Shoppingparadies. Direkt an der BART Powell Street Station gibt es das Westfield Shopping Centre. Ein großes Shoppingcenter mit Food court und Bekleidungsgeschäften. In Haight-Ashbury und in The Mission wirst du in Boutiquen und bei kleinen Einzelhändlern fündig.

Achte darauf, dass alle Preise ohne Mehrwertsteuer angegeben sind.

 

Stanford

Der Eingang nach Stanford

Den Tag nach der Google I/O habe ich genutzt, um mir die Stanford University in Palo Alto anzuschauen und eine Führung mitzumachen. Die lokale Zuggesellschaft fährt direkt von San Francisco nach Palo Alto. Am Bahnhof in Palo Alto gibt es einen kostenfreien Shuttlebus, der dich direkt zum Visitor Centre bringt. Da du aber bestimmt früh am Tag ankommst, kannst du ruhig zu Fuß gehen. Der Fußweg beträgt ungefähr eine Meile.

 

 

Am Visitor Centre beginnt jeden Tag um 11:30 und 15:30 eine kostenfreie Besucherführung. Studenten aus den ersten Semestern führen über den Campus und erzählen die Geschichte von Stanford. Mitmachen lohnt sich.

Ich habe mir an dem Tag einen starken Sonnenbrand geholt. Im Sillicon Valley wird es tagsüber sehr heiß und abends frisch. Am besten nimmst du dir einen Pullover mit und benutzt Sonnencreme.

Als Geheimtipp empfehle ich dir in das Gebäude der Informatik (engl. computer science) zu gehen und dir den ersten Server von Google anzusehen. Der Server war der erste Server, der PageRank (den ersten Algorithmus der Suchmaschine) verarbeitet hat.

Der erste Google Server mit PageRank
Google’s erster Server

Wenn der Google Server bei der Führung nicht erwähnt wird, einfach nachfragen. Wenn du das Gebäude betrittst, steht der Server im unteren Geschoss hinter der Treppe. Die Hardware befindet sich in einem provisorischen Gestell aus Legosteinen.

 

 

 

Chinesisches und italienisches Viertel

San Francisco ist, wie die gesamte USA, von der Einwanderung geprägt. In der Innenstadt haben sich das chinesische und italienische Viertel gehalten. Als ich das chinesische Viertel betreten habe, dachte ich, dass ich in China bin. Englische Schilder existieren hier kaum und auf der Sprache wird nur Chinesisch gesprochen. Supermärkte gibt es nicht, sondern Lebensmittel werden in kleinen Geschäften verkauft.

Das italienische Viertel hat sich nicht so stark erhalten. Hier kannst du aber tolle Pizza essen. Mit einem Freund aus dem Hostel habe ich mir Pizza gekauft und im Washington Square Park gegessen.

Beide Viertel liegen nördlich vom Union Square. Du musst nur die Stockton Street nach Norden zum Washington Square Park gehen. Du durchquerst dabei Chinatown und endest in Little Italy.

 

Das andere Amerika

Vielleicht fragst du dich, wieso ich San Francisco als das andere Amerika bezeichne. Für mich ist es anders als das Amerika, das ich bis jetzt kennen gelernt hatte. In 2017 verbrachte ich zwei Wochen in Wisconsin und zwei Wochen in Arizona und Nevade. Das Leben in diesen Staaten ist so viel anders als in der Bay Area. Minderheiten sind überall in den USA anzutreffen, aber in San Francisco begegnen sich hier die Extremen.

Nicht nur, dass sich verschiedene Ethnien sich auf kleinstem Platz tummeln, es spiegelt auch ein enormes Gefälle von Arm und Reich wieder. In keiner anderen Stadt auf der Welt habe ich so viele Obdachlose gesehen. Die Mieten sind absurd hoch. Mitarbeiter in meinem Hostel zahlen im Durchschnitt 1500$ im Monat für ein WG-Zimmer.

Um die Preise aufzuzeigen, rechne ich mal kurz die Einnahmen anhand meines Hostelzimmers vor: In meinem Hostelzimmer schliefen vier Personen, die einen Preis pro Nacht von $65 bezahlt haben. Die Einnahmen betragen somit pro Monat für ein Zimmer $7500 ($65 * 4 Personen * 30 Nächte). In Flagstaff, Arizona habe ich 50$ für ein eigenes Hotelzimmer bezahlt,  in Las Vegas 45$ und in Chicago 110$. Sogar auf meinem Roadtrip 2015 zahlte ich nie mehr als 110$ für ein sehr gutes Hotelzimmer.

Möchte man als Tourist in einem richtigen Restaurant essen gehen, müssen auch schonmal $30 eingeplant werden.

Dementsprechend ist auch das Lohnniveau in San Francisco und im Sillicon Valley sehr hoch. Mitarbeiter in Technologieunternehmen im Sillicon Valley verdienen im Jahr durchschnittlich $150000. Durch die hohen Kosten im Valley wird solch ein Gehalt benötigt, um  überhaupt leben zu können.

Zwar ist San Francisco eine schöne Stadt und mit der Geschichte San Franciscos kann man vieles über Kalifornien und die USA lernen, aber für mich ist es nicht der Fleck in der USA, den ich erneut besuchen muss.

 

Ich hoffe, dir helfen meine Tipps und Erfahrungen weiter. Lass mich in den Kommentaren wissen, welche Aktivitäten du in und um San Francisco empfehlen kannst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.