Eine Woche USA: Chicago – Grand Canyon – Las Vegas – Chicago

Im Sommer 2017 war ich für einen kurzen Austausch an der University of Wisconsin – Parkside und hatte nach dem Austauschprogramm eine Woche Zeit, bevor mein Flieger zurück nach Deutschland flog. Da ich schon immer den Grand Canyon sehen wollte, habe ich spontan ein Zugticket gekauft. Dieser Artikel ist also eine Reisebeschreibung, wie ich 4 Tage Zug fuhr, 1 Tag den Grand Canyon sah und 3 Tage mein Geld in Las Vegas verspielte.

 

Falls du dich für einen Routetrip an der Ostküste interessierst, kannst du dir gerne die Artikel über meinen Routetrip von New York City nach Miami durchlesen: Teil 1 und Teil 2.

 

Wieso Grand Canyon? Wieso Zug fahren?

Southwest Chief im Bahnhof
Der Southwest Chief bei einem längeren Aufenthalt im Mittleren Westen.

Die erste Frage kann ich leicht beantworten. Diese Frage kannst du bestimmt auch für dich selbst beantworten. Für mich ist es ganz einfach das Selbstverständnis der USA. Nicht umsonst hat Ron Swanson in seinem Leben erst zwei Mal geweint und einmal davon am Grand Canyon. Ich wollte den Grand Canyon mit meinen eigenen Augen sehen.

Nun zur zweiten Frage: Wieso bin ich Zug gefahren? Auf der einen Seite ist Zug fahren günstig, für die Hin- und Rückfahrt habe ich gerade mal 200$ bezahlt, und auf der anderen Seite kann ich das Land sehen, während ich mich fortbewege. Das sind auch schon alle Vorteile und wenn sich für dich die Vorteile bereits jetzt gut anhören, dann solltest auch du in den USA Zug fahren, aber mach nicht die selben Fehler, wie ich. Was meine Fehler waren, liest du in der Reisebeschreibung.

 

Von Chicago zum Grand Canyon

Die mehrtägige Zugfahrt beginnt an der Chicago Union Station. Am Morgen nahm mich mein deutscher Professor von Wisconsin mit zum Flughafen O’Hare. Von dort stieg ich in die Metro und fuhr nach Downtown. Mich überkam Panik, als ich in der Bahn sah, dass es keine Station „Union Station“ gab, obwohl doch der Mitarbeiter an der Bahnsteigkante sagte, dass dies der Zug zur Union Station wäre. Na gut, ich gucke also in meine Offline Maps App und lege mich darauf fest in „Clinton“ auszusteigen. Schlussendlich war das auch die richtige Entscheidung, denn von hier sind es dann nur noch 2 Blocks bis zum Bahnhof.

Die Ursache dieser Verwirrung kommt von der Privatisierung der Eisenbahnbetriebe. Langstreckenzüge werden von Amtrak durchgeführt und Nahverkehrszüge von der Metro. Beide Parteien können sich aber seit Jahrzehnten nicht auf die Zusammenlegung der Station einigen. Als ich in der Union Station ankam und das öffentliche WLAN benutzen konnte, fand ich sogar heraus, dass „Clinton“ die offizielle Station für die Union Station ist. Verrückt.

Die Abfahrt und Reisebegleitung

Union Station Chicago Wartehalle
Die Wartehalle in der Union Station Chicago

Die Union Station ist ein wunderschönes altes Gebäude und das Innendesign ist toll. Zuerst holte ich mir einen mittleren Kaffee (0.5 Liter) und setzte mich anschließend auf eine der langen Holzbänke und surfte im Internet.

Irgendwann wurde mein Zug aufgerufen: „Southwest Chief to Los Angeles! Ready for boarding!“ Alle Zugreisende stellten sich in einer Reihe auf und wie eine große Entenfamilie machten wir uns gemeinsam auf zum Zug. Die Schaffner teilten die Passagiere auf Waggons und Sitzplätze ein. Die Passagiere wurden nach ihren Endstation eingeteilt und jeder bekam eine Sitzreihe für sich. Ich saß ganz vorne rechts und hatte sehr viel Beinfreiheit. In den amerikanischen Amtrak-Zügen wird sowieso viel Beinfreiheit angeboten, aber mein Sitz war ein Traum für einen Volleyballspieler.

Um mich herum saßen während der ganzen Fahrt dieselben Personen. Auf der anderen Seite des Ganges saß Bill. Hinter mir saß Hernandez und schräg hinter mir ein Renterehepaar. Mit dem Rentnerehepaar habe ich mich kaum unterhalten. Der Mann hat sowieso nie etwas gesagt. Sie hingegen war etwas gesprächiger. Hernandez war auf dem Weg nach Los Angeles, um seinen Sohn zu besuchen. Er war auch nicht gesprächig, aber das lag wohl daran, dass sein Englisch nicht gerade gut war. Am gesprächigsten war Bill. Bill war ein Amerikaner wie aus dem Buche. An den kommenden anderthalb Tagen im Zug hat er mir seine gesamte Lebensgeschichte und von seinem Glauben an Gott erzählt. Am zweiten Tag wollte er mich mit einer Collegestudentin im Gesellschaftswagen verkuppeln. Bill war nicht gerade intelligent, aber er konnte Lebensfreude versprühen.

Der Zug fuhr in Chicago um 3 Uhr nachmittags ab und sollte nach Plan am nächsten Tag um 21 Uhr in Flagstaff, Arizona ankommen. Langsam rollte der Zug durch die Vororte von Chicago, es wurde immer ländlicher: Illinois, Missouri, Kansas, Colorado, New Mexico und schließlich Arizona. In anderthalb Tagen durchquerten wir den halben Kontinent und schauten mit großen Augen aus den Fenstern.

Als ich nur noch Maisfelder sah und wir Chicago längst verlassen hatten, kam ein Schaffner und nahm SItzplatzreservierungen für das Abendessen auf. Natürlich hatte ich vorgedacht und Snacks mit in den Zug genommen. Natürlich sollten sie für die gesamte Fahrt reichen. Natürlich hatte ich sie schon aufgegessen. Natürlich reservierte ich einen Platz im Restaurantwagen. Das Essen war gut und teuer. Zwar kann man aus verschiedenen Gerichten auswählen, aber die Portionen sind klein und kosten genausoviel wie in einem normalen Restaurant. Aber hungern kann ich ja nicht und deswegen ziehe ich für Abendessen, Frühstück, Mittagessen und den kleinen Snack zwischendurch meine goldene Kreditkarte durch das Terminal. Jedes einzelne Mal tat es im Herzen weh.

 

Die erste Nacht

Der Zug überquerte die Grenze zu Missouri und die Passagiere wurden langsam schläfrig. Ich lehnte mich nach hinten, die Fußstütze fuhr aus und langsam schlief ich ein. Es ist früh am Morgen, als ich aufwache. Ich sehe kein Licht, denn ich mache meine Augen nicht auf.

Mein Nacken schmerzt. Er schmerzt ungeheuerlich. Der Waggon rüttelt von links nach rechts, wie er es seit der Abfahrt tut. Die Gleise sind noch schlechter geworden. Meine Arme nutze ich, um mich aufzurichte und meinen Kopf in eine aufrechte Position zu bringen. Jetzt wage ich es, meine Augen zu öffnen.

Meine Uhr sagt: „6 Uhr früh“. Unglaublich, dass ich acht Stunden durchgeschlafen habe. Acht Stunden habe ich durch das Rütteln des Zuges im Sitzen durchgeschlafen. Acht Stunden lang hat mein Hals meinen Kopf vor dem Rütteln festgehalten. Ich wünschte mir in einem Regionalexpress der DB zu sitzen und wie ein König auf den Gleisen zu gleiten. Acht Stunden hat sich mein Nacken angespannt und das Rütteln kompensieren wollen. Acht Stunden Schmerzen ziehen mir durch den Rücken.

Das war mein Fehler. Sobald die Schmerzen nachgelassen hatten, schrieb ich mir auf ein Nackenkissen für die Rückfahrt zu kaufen. Nie wieder fahre ich Zug über Nacht in einem Liegesessel ohne Nackenkissen.

Als ich bei einer der nächsten Stationen das öffentliche WLAN nutzen konnte, schaute ich die Bestzeiten des Ironmans nach. Jan Frodeno hat 2016 den Ironman in 7 Stunden und 35 Minuten abgeschlossen. Ich lege mich weit aus dem Fenster und behaupte, dass ich zu den Ironmen des Nackensports zähle. Acht Stunden!

 

Der zweite Tag

Nichtsdestotrotz begann nun der schönste Tag. Heute sollten wir die Hochebene von New Mexico und Arizona durchqueren. In der Nacht fuhr der Zug durch Missouri und Kansas. Die Sonne stieg gerade auf und ich ging in den letzten Wagen, um aus der Tür ein Foto über die Gleise zu machen. Meine Reservierung für das Frühstück wurde aufgerufen und als ich mich setzte überquerte der Zug die Grenze nach Colorado. Das Frühstück war wie das Abendessen: Teuer und wenig.

Den gesamten Tag verbrachte ich im Gesellschaftswagen.

Southwest Chief Gesellschaftswagen
Der Gesellschaftswagen

Mein Buch hatte ich dabei, mein Aufladekabel für mein Smartphone und natürlich die goldene Kreditkarte.

Zum frühen Nachmittag bestiegen freiwillige Helfer des Nationalparks den Zug und gaben im Gesellschaftswagen eine Führung über die Landschaft und Geschichte von New Mexico, während wir durch das Land fuhren. Die Landschaft war wunderbar und je tiefer die Sonne sank, desto schöner wurde sie. In meinem Kopf malte ich mir aus, wie der Grand Canyon aussehen mag. Wie heiß ist es dort? Wachsen am Grand Canyon überhaupt Pflanzen? Welche Tiere leben am Grand Canyon?

 

 

New Mexico Hochebene
Die Hochebene von New Mexico

Gegen Abend ging ich zurück zu meinem Sitz, und Bill erzählte mir von seiner großen Liebe, mit der er jetzt  nach Phoenix zieht. Mit ihr verheiratet war er schon einmal, das lief damals nicht so gut, aber jetzt wird es anders. Sie wird ihn vom Bahnhof abholen. Außerdem verscheuchte er einen Passagier, der sich auf meinen Sitz setzte, als ich nicht da war. Während er mir das erzählte, erteilte er mir, seiner Aussage nach, eine Lektion in amerikanischer Lebensweise:

„You have to tell him to fuck himself! Make him clear that this is your spot! Be a total asshole, before he turns into one! That will show him!“

Hernandez äußerte sich folgendermaßen:

Yeah, be power, fella!

Er unterstrich seine kraftvolle Aussage mit der Schilderung, wie Bill den Eindringling verscheucht hat:

Hey, that’s not your seat. Don’t mess around with „German John“’s stuff!

Also wir drei waren schon ein klasse Team.

 

Flagstaff

Motel DuBeau Flagstaff
Außenansicht Motel DuBeau Flagstaff
Zimmer Motel DuBeau
Mein Zimmer im Motel (außen)
Motel DuBeau Zimmer
Mein Zimmer im Motel (innen)

Um halb 10 Uhr abends kam der Zug in Flagstaff an und mit müden Knochen stieg ich aus meinem Wagon. Bill ging hinter mir und fragte wiederholt: „You’re sure, you don’t need a ride, buddy?“ Ich wusste ja, wo ich hin musste, also: „No thanks, I know where to go.“ Ich schleppte mich am Bahnsteig entlang, wartete fünf Minuten am Übergang, winkte Hernandez als er vorbei fuhr und ging noch einen Block weiter zu meinem Motel. Der blinkende Turm, mit der Aufschrift des Motels „DuBeau“, zeigte mir den Weg. Die engen Parkplätze vor den Zimmern waren vollgestellt und aus dem Büro schien zum Glück noch das Licht. Schnell hallo gesagt, die funkelnde Kreditkarte durchgezogen und ich fiel auf mein Bett. Endlich hatte ich festen Boden unter den Füßen.

Am nächsten Morgen wachte ich in meinem kleinen Zimmer auf, weil draußen ein Automotor gestartet wurde. Das Motel hatte ich mir extra ausgesucht, nicht nur wegen der Lage, sondern auch weil es bereits über 80 Jahre alt ist. Es wurde erbaut, als die Route 66 noch die Hauptverkehrsachse zwischen Chicago und Los Angeles war. Es war so knuffig klein und ein historisches Erlebnis. Das Zimmer war gerade groß genug, dass ein Doppelbett und Tisch hineingestellt werden konnten. Wenn ich die Tür aufmachte, stand ich direkt auf dem Parkplatz und alles war so schmal und alt. Die Tür hatte einen großen Spalt zum Boden hin und das Laminat war an einigen Stellen stark abgetreten. Eine Klimaanlage gab es, wegen der Höhe von 2100 Metern, nicht, alternativ summte ein Deckenventilator über dem Bett. In der vorigen Nacht hatte ich ihn beim Einschlafen angeguckt. Ich dachte es würde mich beruhigen, stattdessen wurde mir übel.

 

Der Grand Canyon

Eingang Grand Canyon
Einfahrt in den Grand Canyon

Selbstverständlich war ich spät dran. Das spärliche, kostenlose Frühstück nahm ich noch schnell zu mir, packte meinen Rucksack und schon klopfte es an der Tür. Meine Führerin für den Tagesausflug an den Grand Canyon war da. Zusammen mit einer englisch-italienischen Familie nahm ich in einem großen weißen Ford Transporter Platz und wir fuhren an den Grand Canyon. Im Gang stand eine Kühltruhe mit Snacks und Getränke. Für uns im Preis inbegriffen. Ein zweites Frühstück war damit gerettet.

Während unsere Führerin den Transporter fuhr, erzählte sie uns von der Region und der Stadt. Sie selbst reiste viel und lebte in den 70ern in Westberlin. Jetzt müsste sie sich aber auf ihr Alter konzentrieren und Geld ansparen. Sie gab sich Mühe. Zu jeder Frage wusste sie eine Antwort. Wenn wir ranfahren wollten, fuhren wir ran. Wenn wir länger auf Toilette gehen wollten, wartete sie.

Je näher wir an den Grand Canyon kamen, desto stärker wurde der Verkehr. Zuerst fuhren wir durch einen Nadelwald. Danach durch die Steppe und dann wieder durch einen Nadelwald.

Ganz unerwartet waren wir dann da. Wir passierten den Eingang zum Nationalpark und fuhren noch ein weiteres Stück.

Es ist schwer, den Grand Canyon zu beschreiben. Er ist anders als mein Motel. Er ist groß. Er ist tief und rot. Wenn man vor ihm steht, sieht er aus wie ein perfektes Gemälde. Schwer zu erkennen, wie tief er eigentlich ist. Der Colorado, der ihn gebildet hat und sich an der tiefsten Stelle durch die Felsformationen windet, ist kaum zu erkennen.

Panorama Grand Canyon

Unsere Führerin erzählte uns viel über die Geschichte des Grand Canyons. Ich bin ehrlich und sage direkt raus, dass ich alles vergessen habe. Sie erzählte uns die Geschichte der Indianer, wie sie im Sommer am Kamm des Grand Canyons lebten und im Winter zurück an das Flussufer zogen. Auch über die erste Besiedlung von Europäern erzählte sie uns.

Grand CanyonDie Natur hat mich stärker beeindruckt. Kurz ging ich die ersten hundert Meter in den Grand Canyon rein. Es war traumhaft. Der Himmel war blau und verhältnismäßig wenig Touristen waren dort. Die Nationalparkaufsicht hatte an vielfältigen Stellen Warnschilder für Wanderer aufgestellt. Kennt man den Grand Canyon nicht, nimmt man anscheinend die große Gefahr nicht wahr, in die man sich begibt.

Ford Transporter Grand CanyonIch war erstaunt, wie anstrengend es war wieder hinauf zu steigen. Ich ging einen normalen Schritt, aber die Hitze und Höhe sorgten dafür, dass mein Körper kaum mitkam.

Wir stiegen wieder in unseren Transporter, fuhren den Kamm entlang und hielten an mehreren Ausguckplattformen an. Die Sicht auf den Grand Canyon war von der Plattform anders. Mal konnten wir den Colorado River erkennen oder den Touristen auf ihren Wanderungen zuwinken. Besonders schön war der Ausguck vom östlichsten Punkt. An der Stelle konnten wir sehen, wie die Hochebene abruppt aufhörte und der Grand Canyon begann. Die flache Ebene der Wüste zog sich bis zum Horizont und stoppte an diesem Punkt unversehens.

Am Ende des Tages war ich erledigt und wollte nur noch zurück in mein schmales Zimmer. Ich war von den Eindrücken überwältigt.

 

Las Vegas

Zwei Nächte in Flagstaff lagen nun hinter mir und am nächsten Morgen sollte die Reise weiter gehen. Gegen 2 Uhr nachmittags bestieg ich den Bus nach Las Vegas. Die Abfertigung am Busterminal war schnell und effizient. Kein Passagier durfte an den Laderaum, und das Gepäck wurde für uns verstaut. Der Busfahrer riss ein paar Witze und lachte schallend. Erneut hatte ich auf dieser Fahrt eine Sitzreihe für mich. Nach sechs Stunden waren wir in Las Vegas. Das Busterminal von Greymouth befindet sich direkt in Downtown neben dem Plaza Hotel.

Panorama Las Vegas

Einkauf The Venetien Gondeln
Einkaufsmeile im The Venetien mit Gondeln

Ich war froh wieder hier zu sein. Bereits 2015 war ich in Las Vegas und checkte auch damals in das Four Queens Hotel & Casino ein. Und ich buchte das günstigste Zimmer. Nachts hämmerten die Bässe von der Freemont Experience an die Verglasung. Die nette Frau am Check-In meinte nur, auf Nachfrage: „We don’t have quiet rooms.“ Dieses Mal investierte ich ein paar Dollar extra und buchte mir ein Premiumzimmer im Südturm. Frisch renoviert und weiter weg von der Freemont Experience. Gebracht hat es nichts. Als ich mein Zimmer betrat, hörte ich bereits die Musik von unten. Da kann doch nur eine Sache helfen: Alkohol. Zack, machte ich mich frisch und begab mich an die erste Bar. Über der Zapfe sah ich 40 Unzen (ca. 1.2 Liter) große Plastikbecher. So was wollte ich. Es war 21 Uhr in Las Vegas und ich musste in Stimmung kommen. Ich streifte über die Freemont Street und schaute mir die Casinos an. Ab und zu blieb ich stehen und guckte mir die Schausteller in ihren abgegrenzten Bereichen an. Zu schnell hatte ich mein drittes Bier in der Hand und ich kam in Spiellaune.

 

Der Spieler

Four Queens Hotel & Casino Fremont Street
Die Fremont Street vor dem Four Queens Casino

Casinos faszinieren mich seit Ewigkeiten. Casinos umgibt ein Flair, dass schwer zu beschreiben ist. Sie erschaffen für den Spieler eine Fantasiewelt. Eine Welt, in welcher er der Mittelpunkt ist. Ihm werden kostenlose alkoholische Getränke von knapp angezogenen Bedienungen gereicht. Die Dealer und Croupiers fiebern mit ihm. Aus der Lüftung kommt zusätzlicher Sauerstoff und alles wird unternommen, um den Spieler beim Spielen zu halten.

Selbst spiele ich ungern. Es ist immer ein Verlustgeschäft und relativieren kann ich es

Fremont Casino
Das Fremont Casino

auch nicht, da ich wenig Spaß dabei habe. Trotzdem habe ich mir vorgenommen zu spielen. Ich wollte es ausprobieren. Irgendwas muss doch dran sein und da sowieso alles in Las Vegas Geld kostet, kann ich doch mal spielen. Meine Hausarbeiten hatte ich gemacht und das profitabelste Glückspiel im Vorfeld herausgesucht: Video Poker. Mit der richtigen Strategie hat man im Durchschnitt eine Wahrscheinlichkeit von 99% zu gewinnen, bei einigen Maschinen sogar von über 100%. Wieso kann man eine Auszahlquote von 100% erreichen? Es gibt verschiedene Video Poker Automaten und einige bieten auf bestimmte Karten Bonuszahlungen an. Ohne die richtige Strategie sind diese Automaten ein großer Gewinn für das Casino. Wie du dir denken kannst, sind die Strategien bei diesen Spielen kompliziert. Ich konzentrierte mich auf das klassische „Jack’s or better“. Keine Bonuszahlungen und alles ab einem Bubenpärchen oder höher zahlt aus. Die Strategie war einfach zu lernen und ich hatte Glück. Ich erhielt mehrere Freigetränke und gewann 20$ nach einer Stunde Spielzeit.

 

Der Reitunterricht

Der nächste Morgen begann mit einem leckeren Frühstück im Hotel. Von meinem Sitzplatz hatte ich einen schönen Blick über das Casino. Mein Fahrer wartete schon auf mich, als ich aus dem Hotel trat. Mich und eine Gruppe an anderen Touristen fuhr er raus in den Red Rock Canyon Nationalpark zum Pferdereiten.

Red Rock Canyon Pferd Reiten
Mein Pferd und ich im Red Rock Canyon

Die Tour hatte ich schon Wochen vorher im Voraus gebucht und ich freute mich enorm. Wir wurden aufgesattelt und folgten, wieder wie eine Entenfamilie, unseren Guides. Mein Pferd war ein bisschen wild drauf. Reiten im Red Rock CanyonEs blieb häufig stehen, um am Wegesrand zu fressen. Schnaubte männliche Pferde an, wenn sie ihm zu nahe kamen, und lief den Stuten hinterher. Zurück im Bauernhof leckte er mir durch mein Gesicht und wurde vom Cowgirl in das Gehege geführt, dabei versuchte er mehrmals in die Richtung der Frauen zuschwenken. Ich glaube, an diesem Tag habe ich mein innerliches Krafttier gefunden.

 

 

 

Landschaft Red Rock Canyon PferdDer Reitausflug war zwar teuer, aber er hat viel Spaß gemacht. Wir hatten genug Zeit, um Fotos zu machen, und zum Ende gab es ein Mittagessen.

Die nächsten zwei Tage blieb ich für mich und entspannte. Ich lag am Pool, aß viel und inspizierte die Casinos am Strip.

 

Von Las Vegas nach Chicago

Union Station Los Angeles Wartehalle
Die Wartehalle in der Union Station Los Angeles

Faul auf meiner Haut liegen, konnte ich auch nicht lange. Per Bus fuhr ich nach Los Angeles und stieg in den Southwest Chief zurück nach Chicago ein. Es war die selbe Zugstrecke, wie auf der Hinfahrt, nur fuhr ich dieses Mal die volle Strecke und volle zwei Nächte.

Ein Feiertag nahte und dementsprechend voll war der Waggon. Neben mir saß eine ältere Frau aus Toronto, die früher Ballettänzerin war. Ach, gerade ringe ich mit mir selbst, ob ich jede Einzelheit der Rückfahrt erzählen muss. Ehrlich gesagt, war die Rückfahrt nicht viel anders als die Hinfahrt. Die einzige Ausnahme stellt Bill dar, der dieses mal leider nicht dabei war. Die nächtlichen Nackenschmerzen hatte ich natürlich auch diesmal.

Besonders genossen habe ich mein Hotel in Chicago. Nach der langen Zugfahrt war ich froh in einem schönen, großen Hotelzimmer zu schlafen. Mit Voraussicht habe ich ein Hotel am Flughafen mit Transfer und Restaurants in der Nähe gebucht. Auf der anderen Seite der Straße lag ein Giordano’s. Giordano’s serviert die Deep Dish Pizza schlechtin. Ich bestellt die kleinste Pizza (6 Zoll) und war trotzdem satt.

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