Die perfekte Rundreise auf der Südinsel Neuseelands

Neuseeland ist ein wunderschönes Land für einen naturnahen Urlaub. Die Landschaften sind unglaublich und es gibt viele Wanderwege und tolle Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten. Oft hakt es aber daran, die optimale Reiseroute für eine Rundreise zu finden, so war es bei mir auch. Ich wollte viele Aktivitäten in Neuseeland unternehmen, aber wusste nicht wo und wie ich die Orte gut verbinde. Damit du dieses Problem nicht hast, schreibe ich für dich diesen Artikel.

Auch wenn die Rundreise in sich abgeschlossen wirkt, kannst du auch einfach von woanders anfangen. Zum Beispiel, gehe ich davon aus, dass du mit dem Flieger in Christchurch landest, aber vielleicht bist du ja schon vor der Rundreise in Neuseeland? Das ist kein Problem, wenn du beispielsweise von der Nordinsel kommst, kannst du problemslos in Picton anfangen. So kannst du die Route nach deinen Vorstellungen anpassen.

Zu allererst die Route auf einer Karte:

Ich habe die Route in einen südlichen und nördlichen Teil aufgeteilt. Wenn du die Karte in einem neuen Tab öffnest, kannst du auch angenehmer navigieren.

 

Auto oder Bus?

Total egal. Mit dem Auto bist du natürlich flexibler und kannst dich kurzfristig umentscheiden. Der Bus bringt dich natürlich auch zu jedem der Orte (außer zu den Catlins), aber es dauert oft länger und du bist nicht sehr flexibel.

Ich bin nur mit dem Bus rumgereist und habe höchstens 4 Tage im voraus gebucht. Für mich war das ein guter Kompromiss zwischen Kosten und Flexibilität.

Als kurze Info kann ich noch hinzufügen, dass du zwischen Picton und Christchurch auch den Zug nehmen kannst. Aufgrund eines heftigen Erdbebens, ist die Strecke aber aktuell geschlossen, weshalb man nicht direkt an der nördichen Ostküste langfahren kann.

 

Christchurch und Akaroa

Christchurch ist die „Megametropole“ der Südinsel. Nein … Scherz beiseite. Christchurch ist eine Großstadt, aber nicht zu vergleichen mit Auckland oder Berlin. Es ist alles viel langläufiger und die Stadt ist aufgrund des verheerenden Erdbebens 2011 immer noch im Wiederaufbau. Viele Einwohner sind aus dem Zentrum in die äußeren Stadtteile gezogen.

gondola christchurch banks peninsula photo
Blick auf Banks Peninsula

Aber guck dich ruhig in Christchurch um. Christchurch liegt in in der Region Canterbury und hier ist alles flach, wie in Niedersachsen oder Holland. Mit dem Fahrrad kommst du hier super durch die Stadt. Zum Beispiel kannst du aus dem Zentrum an den Strand  fahren oder den großen Park erkunden. Direkt am Park gibt es ein naturhistorisches Museum. Vor der Straße des Museum hält auch eine alte Straßenbahn, in die du reinhüpfen kannst und die Stadt aus einem anderen Blickwinkel siehst.

Alternativ kannst du dir ein Fahrrad auch für längere Zeit mieten und damit nach Akaroa fahren. 🙂

Akaroa liegt auf einem alten Vulkan an der Küste vor Christchurch und sehr hügelig. Ich war leider selbst dort nicht, aber ich habe unglaublich schöne Geschichten gehört. Wenn dir das Fahrrad hier nicht zusagt, gibt es täglich von Christchurch mindestens ein Bus hierin.

 

Von Akaroa nach Oamaru

oamaru landscape photo foto
Oamaru

Die Strecke nach Oamaru ist der erste lange Roadtrip über die Südinsel. Du kannst zwischen zwei verschiedenen Wegen für deinen ersten Roadtrip auf der Rundreise wählen: Der schnellere Weg führt über den Highway No.1 an der Küste über Timaru. Die schönere Strecke führt dich zuerst in die Südalpen und dann zurück an die Küste. Diesen Weg kann ich dir nur empfehlen und du solltest mindestens zwei Tage einplanen. Den ersten Weg hingegen kannst du ohne Probleme an einem Tag schaffen.

Der schöne Weg über die Südalpen führt durch Tekapo und Pukaki. Beide Orte liegen an Seen. Tekapo gehört zum gleichnamigen Lake Tekapo und Pukaki, wie soll es auch anders sein, am Lake Pukaki. In Pukaki bist du nah am höchsten Berg Neuseelands: Mount Cook. Mit ein wenig Glück kannst du den Berg von Pukaki aus sehen. Pukaki liegt an der Südseite des Sees und Mount Cook ist an der Nordseite.

In dieser Region des Landes gibt es leider nicht viel zu tun, jedoch ist die Natur sehr schön und Wanderungen bieten sich hier absolut an. Ich fand es wunderschön durch die Landschaft zu fahren.

Als nächstes geht es nun zurück zur Küste und nach Oamaru.

Oamaru ist eine besondere Stadt. Sie war eine der ersten Niederlassungen weißer Siedler und die Innenstadt ist im viktorianischen Stil erbaut. Große Marmorgebäude reihen sich aneinander und passend zur viktorianischen Architektur hat sich die Steampunkszene stark entwickelt. Am besten, du liest meinen Artikel über Oamaru, um einen Einblick in Steampunk und Oamaru zu bekommen.

 

Dunedin

railway station dunedin foto
Bahnhof Dunedin

Von Oamaru kannst du nun weiter in die Studentenstadt Dunedin fahren. Hier gibt es berauschendes Nachtleben zu bezahlbaren Preisen. Ich bin z.B. durch Zufall in eine Schaumparty geraten. Von außen sah der Club, wie ein normaler Pub aus, aber innen ging die Post ab.

Außerhalb von Dunedin gibt es eine Kolonie von Albatrossen. Das Department of Conservation streamt rund um die Uhr die Aufzucht von Albatrosskücken in der Bucht von Dunedin. Den Stream findest auf Youtube. Allerdings benötigst du ein Auto um dort hin zu kommen.

Für weitere Informationen zu Dunedin, guck dir am besten meinen Artikel über Oamaru und Dunedin an.

 

Von Dunedin ins Fjordland

drinking coffee in dunedin image
Americano im schottisch/neuseeländischen Dunedin

Von Dunedin kannst du nun weiter in das unerschlossene Hinterland Neuseelands reise. Die Catlins sind ein Nationalpark südlich von Dunedin und gleichen einem Urwald. Hier kannst du wandern gehen und erleben, wie Neuseeland vor der Besiedlung des Menschen ausgesehen hat.

Weiter kannst du ins Fjordland oder nach Invercargill fahren. Von Invercargill kannst du mit einer Fähre nach Stewart Island übersetzen und an einer geführten mehrtägigen Nationalparktour teilnehmen. Auf Steward Island leben viele Kiwis (die Vögel, nicht die Menschen) und du hast eine große Wahrscheinlichkeit sie hier bei Dämmerung in der freien Wildbahn zu sehen.

Im Fjordland kannst du zuerst Te Anau ansteuern. Viel gibt es hier nicht zu tun, aber die Touren zum Milford Sound beginnen hier. Der Milford Sound ist ein wunderschöner Fjord, in den ein Wasserfall fällt.

 

Wanaka und die Westküste nach Norden

lake wanaka image
Lake Wanaka

Nun geht es an der Westküste entlang in den Norden. Wanaka ist der nächste Stop, alternativ kannst du auch nach Queenstown fahren, da es auf dem Weg liegt. Ich habe Wanaka aber als schöner und ruhiger empfunden. Queenstown ist stark von Touristen frequentiert und da Wanaka auch am See liegt und schöne Wanderwege anbietet, kann ich dir Wanaka nur empfehlen. Für Empfehlung, was du in Wanaka unternehmen kannst, schau am Besten in meinen Artikel über die Stadt am See.

Weiter geht es über den Pass entlang der regnerischen Westküste über Hokatika nach Greymouth. In Hokatika kannst du eine kurze Rast einlegen und am nächsten Tag nach Greymouth aufbrechen. Greymouth ist die größte Stadt an der Westküste. Von hier kannst du den Alpenpass nehmen und zurück nach Christchurch fahren oder nach Norden in die sonnige Tasman Bay reisen.

Für einen schönen Campingaufenthalt kann ich dir Lake Moana empfehlen. Hostels gibt es dort leider nicht, aber ein kleiner Campingplatz in der Mitte des Dorfes mit direktem Zugang zum Wasser. Lake Moana ist einer der wenigen Seen, die nicht durch Gletscherwasser gefüllt werden und deswegen ist das Wasser hier im Sommer durchgehend warm, auch Wanderwege gibt es hier viele. Für mich das Schönste war aber, dass hier nur Einheimische und neuseeländische Touristen anzutreffen waren.

 

Tasman Bay

tasman bay
Tasman Bay

An der Tasman Bay angekommen hast du viele Möglichkeiten. Unter den populärsten Attraktionen ist das Wandern und Kanufahren im Abel Tasman Nationalpark. Geführte Touren werden angeboten, die dich über mehrere Tage über das Meer und den Nationalpark begleiten.

Unbekannter hingegen ist Farewell Spit an der nördlichsten Spitze. Von Collingwood ausgehend kannst du eine Tour in einem speziellen Strandbuggy mieten und an die nördlichste Spitze der Südinsel fahren.

Dünen bei Collingwood am Farewell Spit

Farewell Spit kann nur durch eine Tour besichtigt werden, da die Ebbe die Landzunge ständig

verändert und normale Autos schnell stecken bleiben können. Außerdem ist Farewell Spit menschenleer und du und deine Tourgruppe sind sehr wahrscheinlich die einzigen Menschen dort.

Weiter kannst du über Motueka und Nelson nach Picton reisen.

 

Picton, Wellington und zurück nach Christchurch

Picton ist der kleine Ort, der die Südinsel mit Fähren an die Nordinsel verbindet. Du kannst dich hier einquartieren und für zwei bis drei Tage nach Wellington reisen und anschließend wieder zurückkehren.

Viel bietet Picton nicht an. Es ist aber ein schöner Ort, um andere Reisende zu treffen, die gerade von der Nordinsel kamen oder dorthin reisen wollen.

Über den State Highway No. 1 kannst du zurück nach Christchurch fahren. Schön ist aber auch die Fahrt mit dem Zug entlang der Küste. Einen Stopp kannst du in Kaikoura einlegen und mit ein wenig Glück Wale auf dem offenen Meer bestaunen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.