Dein Work & Travel in Neuseeland

Du spielst mit dem Gedanken ein Work & Travel in Neuseeland zu unternehmen? Das ist super und ich möchte dir gerne bei der Planung helfen. In diesem Artikel erfährst du alles Notwendige über dein Auslandsjahr in Neuseeland.

  1. Flüge
  2. Beantragung des Visums
  3. Steuernummer
  4. Bankkonto
  5. Fortbewegung
    1. Eigenes Auto
    2. Mietwagen
    3. Busse
  6. Finanzen
    1. Verwalte deine Finanzen
  7. Jobs
  8. Hostels
    1. Hostels und Backpackers
    2. Working Hostels
  9. Essen
  10. Englisch in Neuseeland
  11. Schlusswort

Es gibt einige Websiten und Unternehmen, die dir anbieten all diese Dinge für dich zu erledigen oder dich dabei zu unterstützen. Einige Backpacker nehmen diese Angebote an und wenn du noch keine große Erfahrung im Reisen hast, sind diese Dienste nicht schlecht. Im Endeffekt raten aber alle Backpacker dazu keine Organisation zu beauftragen. Du kannst viel Geld sparen, wenn du die Papierarbeit alleine machst, denn aufwendig ist es nicht und du möchtest in deinem Auslandsjahr auch gerne selbstständig, eigenverantwortlich sein und Neues lernen.

Gute Webseiten mit Informationen zum Backpacking in Neuseeland:

  • Backpackerboard (Informationen zum Backpacking in Neuseeland, Information eher ausreichend, sehr kommerziell aber populär)
  • New Zealand Now (Regierungsseite mit Informationen zum Leben und Arbeiten in Neuseeland)
  • Departement of Conservation (Nationales Ministerium für Nationalparks und Natur, bietet Informationen zu Wanderungen)

 

 

Flüge

Dein Entschluss steht fest. Du willst in Neuseeland dein Work & Travel machen, also suchst du nach einem passenden Flug ans andere Ende der Welt. Die Flüge dauern in der Regel 24 Stunden, können sich aber durch Aufenthalten auf anderen Flughäfen, wie Dubai, Bangkok, Singapur oder Sydney verlängern.

Vergleichsairplane singapore airlines fotowebseiten bieten dir dabei eine gute Übersicht. Skyscanner ist, meiner Meinung nach, am praktischsten. Du kannst angeben in welchem Zeitraum du fliegen möchtest und dann die Preise vergleichen. Rome2Rio ist eine Website, mit der du verschiedene Reisealternativen vergleichen kannst. Wenn du zum Beispiel von Auckland nach Wellington reisen möchtest, gibt Rome2Rio verschiedene Transportwege aus (Flug, Bus und Auto) und du kannst entscheiden, welche Option für dich am besten passt.

Falls dich eine Weltreise reizt, kannst du die Flüge spontan oder ein Round-The-World-Ticket buchen. Ich habe bequemerweise ein RTW-Ticket bei der Star Alliance gebucht, dafür musste ich allerdings meine Destinationen festlegen. Zusätzlich gibt es noch SkyTeam, oneworld und die neugegründete Etihad Airways.

 

Beantragung des Visums

Dein Visum für Neuseeland beantragst du über die offizielle Regierungshomepage. Du benötigst  deinen Reisepass und eine Kreditkarte. Das Visum erhältst du nach einigen Stunden oder Tagen. Übrigens heißt Work & Travel auf englisch „working holiday“ und das Visum wird „Working Holiday Visa“ genannt.

 

Steuernummer

Die Steuernummer brauchst du unbedingt, um zu arbeiten. In Neuseeland heißt sie IRD number und kann problemlos in einem Postbüro beantragt werden.

Zur Beantragung benötigst du deinen Reisepass, deinen internationalen Führerschein oder Personalausweis. Außerdem benötigst du jeweils eine Kopie deines Reisepasses, Führerscheins oder Personalausweis, eine Kopie deines Working Holiday Visums und ein Dokument, das dir deinen Wohnort in Neuseeland bestätigt (Hostels stellen dir dieses Dokument problemlos auf Nachfrage aus).

Die Postangestellten geben dir ein Formular, dass du ausfüllst und ungefähr zwei Wochen später wird dir deine IRD number per Post zugesendet.

 

Bankkonto

Zur Jobsuche benötigst du neben deiner Steuernummer ein neuseeländischen Bankkonto. Zu jedem Konto erhältst du eine Eftpos-Karte (das neuseeländische Äquivalent zur EC-Karte) und manche Banken geben dir zusätzlich eine Kreditkarte. Dein Lohn wird wöchentlich oder jede zweite Woche auf das Konto eingezahlt. Bei welcher Bank, du dein Konto eröffnen möchtest, steht dir frei. Prüfe aber die Bedingungen ganz genau, denn Teilnehmer am Work & Travel bleiben nur kurz im Land und die Banken verlangen häufig Gebühren.

Wenn du in Auckland, Wellington oder Christchurch ankommst, kannst du die Angebote der Banken vor Ort in den Filialen vergleichen. Wie bei der Steuernummer, benötigst du zur Beantragung Kopien deines Reisepasses und eines zweiten Ausweises (Internationaler Führerschein oder Personalausweis). Zusätzlich benötigst du ein Formular von deinem Hostel, das deinen Wohnort bestätigt. Hostels in Auckland stellen dir dieses Dokument immer aus.

Folgende Banken gibt es in Neuseeland:

ASB, ANZ und BNZ erheben meistens Gebühren für ein Konto. Ab und zu bieten die Banken jedoch für Backpacker besondere Konten an, die keine Gebühren oder nur eine EInrichtungsgebühr verlangen. Ich hatte Glück und habe bei der BNZ eine Bank gefunden, die keinerlei Gebühren von mir verlangte und mir sogar ein Tagesgeldkonto (engl. savings account) eingerichtet hat.

Die Westpac ist eine Partnerbank der Deutschen Bank. Als Deutscher Bank-Kunde kannst du dich mit einem Bankberater in Deutschland zusammensetzen und von ihm weitere Informationen erhalten.

Kiwibank erhebt keine Gebühren für normale Girokonten (engl. cheque account). Backpacker haben jedoch häufig Probleme, ein Konto bei der Kiwibank zu eröffnen, wenn sie in einem Hostel wohnen.

 

Fortbewegung

Dein Visum ist für ein Jahr gültig und das möchtest du natürlich nicht nur in Auckland oder Christchurch verbringen. Damit du die Stadt verlassen kannst, beschreibe ich dir die möglichen Fortbewegungsmittel in Neuseeland.

 

Eigenes Auto

Viele Backpacker kaufen sich zu Beginn ihrer Reise ein Auto. Besonders wenn du auf einer Farm arbeiten oder sehr viel campen möchtest, ist ein Auto eine gute Lösung zur Fortbewegung. Du solltest auf jeden Fall beachten, dass die Autopreise in Auckland und Christchurch im Frühling und Sommeranfang enorm ansteigen (Oktober – Januar). Ab Februar fallen die Preise und es kommt vor, dass man sein Auto nicht verkaufen kann.

Mein Tipp: Beginne dein Working Holiday im März oder April und kaufe dir zu dieser Zeit ein Auto. Du kannst dann im Winter auf einer Farm oder in Cafés arbeiten, denn im Winter ist es einfacher einen Job zu finden. Den Sommer kannst du dann in vollen Zügen genießen.

Bei der Auswahl ist alles dir überlassen.

Roadtrip
Roadtrip

Ein „Station Wagon“ bietet sich für 1-2 Personen an, die keinen großen Komfort benötigen.

Ein „People Mover“ oder „Minivan“ ist geräumig für 2 Personen, aber auch Mitfahrer können Platz finden. Im people mover ist es relativ einfach ein eigenes Bett mit Matratze einzurichten.

Als Luxusversion gibt es natürlich auch fertige Camper mit Spüle und Bett zu kaufen.

Verfügbare Autos findest du über verschiedene Möglichkeiten. In jedem Hostel gibt es ein schwarzes Brett mit Verkaufsangeboten. Wenn dir ein Auto gefällt, rufst du den Inhaber an und vereinbarst eine Probefahrt.

In Auckland und Christchurch gibt es zusätzlich Automärkte am Wochenende. Vermeide den Automarkt im Zentrum von Auckland, wenn du ein gutes Auto zum fairen Preis kaufen möchtest.

Online kannst du Autos über TradeMe oder Autotrader kaufen. Auch hier solltest du unbedingt eine Probefahrt vereinbaren, bevor du kaufst. Bei Autohändlern werden in der Regel keine Backpackerautos, sondern Autos von Neuseeländern angeboten.

Setze dich bitte ausführlich mit den Verkehrsregeln in Neuseeland auseinander. Das Jahr 2014/2015 war ein sehr schlechtes Jahr für internationale Touristen in Neuseeland.. Die Straßen sind kurvig und zwei Spuren können sich schnell wieder in eine Spur zusammenfügen.

 

Mietwagen

Für kurze Aufenthalte in Neuseeland oder wenn du die meiste Zeit in einer Stadt arbeitest und nur kurze Abstecher in die Natur planst, gibt es verschiedene Mietwagenunternehmen. Die Preise können zwischen Sommer und anderen Jahreszeiten stark schwanken:

 

Bus

In Neuseeland gibt es sechs Busunternehmen, von denen vier beide Inseln befahren.

Tourenbusse

Kiwi Experience und Stray sind zwei Unternehmen, die ausschließlich Touristen befördern. Die Fahrer helfen dir beim Buchen einer Unterkunft und halten bei Sehenswürdigkeiten auf dem Weg.

Kiwi Experience nutzt größere Busse und ist bekannt für seine Partyanimation. Um die Natur zu genießen und sich im Bus auszuruhen, ist KiwiEx eher nicht zu empfehlen.

Beide Unternehmen bieten verschiedene Tickets an. Schau dir im Voraus die Sonderangebote an. Tickets sind im Herbst und Winter günstiger als im Rest des Jahres.

„Nicht-Touristen“ Busse

Zu den normalen Bussen zählen die großen Unternehmen Intercity und Naked Bus. Diese Busunternehmen bringen dich sicher von A nach B. Beide Unternehmen erheben eine Buchungsgebühr (Intercity: 4$, Naked Bus 5$).

Die Preise von Naked Bus sind erheblich günstiger, dafür ist die Buchungsgebühr höher und es ist kein Gepäckstück im Preis inbegriffen.

Intercity bietet WLAN auf allen Bussen an.

Mein Tipp: Abonniere die Newsletter von Naked Bus und Intercity weit im Voraus und halte die Augen auf nach Rabatten. Auch kann es sinnvoll sein einen Buspass zu kaufen (Buspass von Intercity, Buspass von Naked Bus).

Atomic Shuttle bedient exklusiv die Südinsel und erhebt keine Buchungsgebühr. Die Busse sind kleiner und man muss nicht vorbuchen. Bei der Buchung kann man entscheiden, ob man per Kreditkarte oder beim Busfahrer in bar zahlen möchte. Atomic Shuttle hat sehr viele Haltestellen und holt dich auch vom Straßenrand ab.

Manabus operiert auf der Nordinsel und fährt nur große Städte auf einer Router an (Wellington, Taupo, Rotorua, Tauranga, Auckland). Jeder Bus ist mit WLAN und Steckdosen ausgestattet.

 

Finanzen

Ich möchte dir gerne ein paar Tipps für deine Finanzen mitgeben.  Da jeder Reisender eine andere Art zu Reisen hat, möchte ich ungern eine Summe nennen.  Viel eher möchte ich dich bei der Planung und während deines Aufenthaltes unterstützen. Für diesen Zweck zeige ich dir einige Möglichkeiten, wie du deine Finanzen für dein Work & Travel verwalten und Geld sparen kannst.

 

Verwalte deine Finanzen

Um deine Finanzen zu verwalten, musst du deine Ausgaben notieren. Ob du ein Notizbuch, eine Tabelle mit Excel anlegst oder ein Programm benutzt, ist egal – ich benutze eine Tabelle und ein Programm.

Eine Tabelle kannst du unter Windows mit Microsoft Excel, LibreOffice oder Open Office erstellen. Google bietet mit Google Sheets eine gute Möglichkeit eine Tabelle in der Cloud zu erstellen.

Deine Rechnungen vom Supermarkt kannst du aufheben und bei nächster Gelegenheit in deine Auflistung übernehmen.

 

Jobs

Irgendwann ist das Budget aufgebraucht und Geld muss auf das Konto. In Neuseeland geht das relativ einfach. Die Landwirtschaft ist auf Backpacker angewiesen und in jeder Jahreszeit gibt es andere Arbeiten zu erledigen.

Die Regionen Bay of Islands, Bay of Plenty, Hawke’s Bay, Marlborough und Otago bieten Arbeitsplätze auf Farmen an. Auch kann man Arbeit im Tourismusgewerbe finden.

Die folgenden Webseiten könne dich bei deiner Jobsuche unterstützen:

 

Hostels

Backpacker bilden in Neuseeland einen großen Anteil an Touristen und sind somit eine Haupteinnahmequelle im Tourismus. In jedem noch so kleinen Dorf gibt es ein Hostel. Bei Hostels unterscheidet man grob zwischen „working hostels“ und normalen „hostels“.

Ich gehe hier nur auf Hostels ein, aber bei deinem Work & Travel hast du natürlich noch andere Möglichkeiten zu übernachten, z.B. kannst du dir auch ein Zimmer bei Privatpersonen oder ein Zimmer in einer WG mieten.

 

Hostels und Backpackers

Hostels, oder wie sie in Neuseeland auch genannt werden „Backpackers“, gibt es wie Sand am Meer.

Sehr viele unabhängige Hostels haben sich der Organisation BBH angeschlossen. Alle Hostels agieren selbständig und sind nicht Eigentum der BBH. Sie unterscheiden sich stark von Ausstattung, Größe und Preis. Auf der BBH Homepage kannst du zu jedem Hostel das Rating einsehen und eigene Ratings erstellen. Als Mitglied bekommst du in jedem teilnehmenden Hostel zwischen 3-5$ Rabatt pro Nacht. Die Mitgliedskarte kannst du in jedem BBH-Hostel für 45$ erwerben.

Eine weitere Organisation ist YHA. YHA ist die neuseeländische Version der deutschen Jugendherbergen und hat Hostels in jeder größeren Stadt. Die Hostels sind mit ihrer Ausstattung standardisiert. Als Mitglied beim YHA erhältst du Rabatt bei allen Hostels, auch international.

Hier und da gibt es Hostels, die sich keiner Organisation angeschlossen haben. DIes sind meistens Working Hostels. Während meiner Reise habe ich versucht, diese Hostels zu meiden.

 

Working hostels

Working Hostels bieten primär eine Unterkunft für arbeitende Backpacker auf Farmen. Sie vermitteln Arbeit und die meisten Gäste sind Langzeitgäste. Die Preise sind unterschiedlich. Die Hostels bieten aber oft „weekly rates“ an, die günstiger sind. Hier ist eine Liste einiger Working Hostels:

 

Essen

Essen in Neuseeland unterscheidet sich kaum vom europäischen Essen. Es ist der englischen Küche sehr ähnlich. Lebensmittelpreise sind saisonal abhängig und zuckerhaltige Getränke sind günstiger als Säfte. Zum Essen in Neuseeland habe ich bereits einen gesonderten Artikel geschrieben.

 

Englisch in Neuseeland

Für mich ist das neuseländische Englisch ein Misch aus amerikanischem und britischen Englisch. Die Aussprache ist stark am amerikanischen Akzent angelehnt, aber die Wörter stammen hauptsächlich aus England. Außerdem sprechen Neuseeländer das „e“ wie ein „i“ aus und betonen es stark.

Die ersten Wochen wirst du wahrscheinlich mit der Aussprache und dem Verständnis zu kämpfen haben, aber das legt sich. Ich selbst habe mir während der Zeit in Neuseeland einen neuseeländischen Akzent angewöhnt.

 

Schlusswort

Ich hoffe, dir hilft dieser Leitfaden in der Planung oder während deines Work & Travel. Da jeder Backpacker einen anderen Reisestil hat, habe ich davon Abstand genommen, ein Reisebudget zu behandeln. Zum Beispiel habe ich durch WWOOFing in zwei Monate 200€ ausgegeben, anschließend in 2,5 Wochen ca. 1000€ und ein anderes Mal 400€ in 2 Wochen. Es kommt immer darauf an, wie du selber reist und lebst.

Ich wünsche dir eine tolle Zeit in Neuseeland.

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